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Deutsche Erfolge in Reykjavik

in Vorbereitung Open Team 30.01.2013 00:43
von joefri • Spieler Open Team | 79 Beiträge

Vom 23.01. - 27.01. fand in Reykjavik, Island, eine wunderbare Bridgewoche statt.
Gro, Martin, Roland und ich wurden vom isländischen Verband dorthin eingeladen und das ist natürlich zum Jahresbeginn eine gute Gelegenheit, die Form zu überprüfen und sich nach der Winterpause wieder einzuspielen.
Die Anreise war etwas mühsam: am Montag abend um 22:20 sollte unser Flugzeug als letztes des Tages von Berlin-Schönefeld abfliegen. Durch Eis und Schnee wurde die Anreise nach Berlin teilweise zum Abenteuer. Wir hätten uns aber gar nicht so sehr beeilen müssen, wegen Schneeräummaßnahmen und Enteisung hatte der Flieger über 1 Stunde Verspätung. Wir waren dann nachts um 3:00 Ortszeit (4:00 deutscher Zeit) im Hotel und es war erst mal Ausschlafen angesagt.
Den Rest des Dienstags nutzten wir für einen Stadbummel in Reykjavik (jedenfalls die, die nicht im Holzhandel aktiv waren) und ein Abendessen mit unseren isländischen Freunden.
Mittwoch nachmittag waren wir alle zusammen in der Blauen Lagune, einer bekannten Touristenattraktion. Das Eintrittsgeld von 33 Euro war zwar Nepp, aber trotzdem war es toll, inmitten einer zerklüfteten Lava-Landschaft in einem fast 40 Grad warmen natürlichen Swimmingpool von gigantischen Ausmaßen zu plantschen. Auf das Bier im Pool haben wir aber verzichtet, abends ging es schließlich mit Bridge los.
Am 1. Abend wurde ein Pro-Am-Turnier (also "Profis" mit Amateuren) gespielt, bei dem ein Profi-Paar auf Nord-Süd von einem Amateurpaar auf Ost-West eingekauft wurde und die Scores aus 27 Boards Butlerwertung für die beiden Paare zu einem Teamergebnis addiert wurden. Das ganze mit Barometer-Abrechnung, also alle spielen in jeder Runde identische Boards, so dass man jederzeit den Stand kennt. Martin und Gro wurden mit ihren Komplementären Zweiter. Da nur für den Ersten ein Preis vorgesehen war, gingen die beiden leer aus. Roland und ich waren als Team zwar weiter hinten gelandet, wurden dann aber überraschend zur Preisverteilung gerufen, da wir als Dritte und bestes Pro-Paar ein schönes Buch über Island bekamen.
Ich habe am Donnerstag mit der Familie einen klassischen Island-Ausflug gemacht. Roland und Gro kannten das schon vom Vorjahr, Martin hatte auch keine große Lust auf Busfahren, aber wir fanden es grandios. Die Landschaft auf Island hat so etwas urtümliches und die wichtigsten Attraktionen (Wasserfall, ausbrechender Geysir, Tomatentreibhaus, mittelalterliche Versammlungsplätze und die tektonische Platte zwischen Europa und Amerika) waren alle dabei.
Abends und den ganzen nächsten Tag wurde Paarturnier gespielt. 160 Paare, 21 Runden a 4 Boards, auch Barometer und dabei Schweizer System (mit Setzung nach der vorletzten Runde). Roland und ich haben an Tisch 2 mit 33 Prozent gestartet und mussten dann in der dritten Runde ans andere Ende des Hotels an Tisch 66. Wir waren dann aber nach der 5. Runde wieder an den einstelligen Tischnummern. Martin und Gro haben gut losgelegt und waren eigentlich die ganze Zeit an den vorderen Tischen und haben auf uns gewartet. Ab der 4. Runde ging es dann nur noch gegen gute Gegner, bzw. solche, die aufgrund Lauf oder Tagesform vorne lagen. Es ging also immer darum, den aktuellen Gegner zu schlagen (= mehr als 50%) und natürlich trotzdem möglichst hoch zu scoren, um sich entweder abzusetzen oder die von hinten kommenden vom Leibe zu halten. Irgendwann gelang es Roland und mir dann, die bis dahin führenden Isländer von Tisch 1 zu vertreiben. Wir mussten diesen 3 Runden vor Schluss noch einmal kurz verlassen, waren aber sofort wieder da und mussten nach einer etwas schwächeren letzten Runde dann noch kurz zittern, bis feststand, dass es locker gereicht hat - fast ein Top Abstand zum Zweiten. Isländische Nationalspieler, norwegische Nationalspieler und -spielerinnen, Tor Helnees, Zia Mahmood, Peter Fredin, Peter Bertheau, die Konkurrenz und auch unsere Gegner konnten sich durchaus sehen lassen. Martin und Gro hatten zwischendurch etwas geschwächelt, es dann aber mit einem fulminanten Endspurt noch auf den 5. Platz geschafft.
Beste Voraussetzungen also für das folgende zweitägige Teamturnier, 94 Teams, 10 Runden Schweizer System a 10 Boards. Der erste Kampf war mit 25:1 ganz nach Plan, die nächsten Matches waren aber alle im 17er und 18er Bereich und eines ging sogar mit 12:18 verloren. Am Ende des 1. Tages nach 6 von 10 Matches lagen wir nur auf Platz 9. Unsere deutschen Freunde Nedju Buchlev und Sebastian Reim mit ihren englischen Komplementären lagen aktuell auf dem 2. Platz (nachdem sie vorher 5 Runden lang Erster waren, aber gerade knapp von den Franzosen überholt worden waren).
Am 2. Tag hiess es also nochmal Gas geben, was mit einem 15:15 im ersten Match gar nicht gelang und uns auf den 13. zurückwarf. Team Buchlev/Reim kämpfte weiterhin auf Platz 2 und 3 mit minmalem Abstand zum 1., wir hatten schon einen deutlichen Abstand. Ein 22er und 24er in den nächsten beiden Runden katapultierte uns aber auf den 3. Platz hinter Buchlev-Reim und den Franzosen. Das war gut so, da jetzt nicht die beiden deutschen Teams gegeneinander spielen mussten, sondern wir die Franzosen aus eigener Kraft überholen konnten. Das gelang uns als Maßarbeit mit genau der erforderlichen Anzahl Siegpunkten, so dass wir auf jeden Fall Zweiter werden würden. Buchlev - Reim mit Kendrick - Milman haben ihr letztes Match auch souverän gewonnen, so dass wir mit dem verdienten Siegerteam einen deutschen Doppelerfolg feiern konnten. Was wir dann abends gemeinsam in einem hervorragenden Fischrestaurant auch getan haben.

Die Organisation der Turniere war in jeder Beziehung hervorragend. Die Menschen dort waren klasse, es war ein viel entspannteres Spielen als in Deutschland, weil es nicht jeder so schrecklich ernst nahm. Mit dem Gegner lachen und Spaß haben war erlaubt. Wir haben uns herzlichst bei unseren Gastgebern bedankt, uns dafür entschuldigt, dass wir so viele Medaillen und Preisgelder entführt haben und versprochen, im nächsten Jahr wieder zu kommen.

Und für uns war es natürlich auch ein Spitzenauftakt ins WM-Jahr. Die Frühform muss jetzt konserviert und ausgebaut werden. 2 weitere Bundesligawochenenden und die eine oder andere ebenfalls geplante Vorbereitung sollten dabei helfen.

Alle Turnierergebnisse zum Nachlesen gibt es hier: Turnierseite Reykjavik


zuletzt bearbeitet 31.03.2013 21:06 | nach oben springen

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